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Apr 09

Atheistenhölle

©"/// Sarah" (creative-commons:by-nc)

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Pünktlich zu Ostern hat Walter Mixa hat wieder zu einem Rundumschlag ausgeholt:

“Der Bischof von Augsburg und Militärbischof der Deutschen Bundeswehr, Dr. Walter Mixa, hat zu Ostern vor einem zunehmend aggressiven Atheismus in Deutschland gewarnt. „Wo Gott geleugnet oder bekämpft wird, da wird bald auch der Mensch und seine Würde geleugnet und missachtet. Eine Gesellschaft ohne Gott ist die Hölle auf Erden“, sagte Mixa bei seiner Predigt am Sonntag in der Augsburger Marienkathedrale. (…)

Atheisten versuchten die Realität der Auferstehung von den Toten und der Erlösung vom Bösen in das Reich der Mythen und der Fantasie zu schieben. Wer aber dem Menschen den Glauben an Gott nehme, nehme ihm das Wichtigste im Leben, betonte Bischof Mixa. Wer den Glauben an den menschgewordenen, am Kreuz gestorbenen und von den Toten auferstandenen Christus leugne, wende sich im Letzten gegen das Heil des Menschen. „Ohne Gott ist alles erlaubt“, zitierte Mixa den russischen Dichter Dostojewski. Wo der christliche Glaube schwinde, komme deshalb nicht das „helle Licht irgendeiner fröhlichen Aufklärung“ zum Vorschein. „Die Unmenschlichkeit des praktizierten Atheismus haben im vergangenen Jahrhundert die gottlosen Regime des Nationalsozialismus und des Kommunismus mit ihren Straflagern, ihrer Geheimpolizei und ihren Massenmorden in grausamer Weise bewiesen“, sagte der Augsburger Bischof. (…)

Ohne christlichen Glauben gebe es dauerhaft keine wahre Menschlichkeit.” (Quelle: Mittelalter Webseite des Bistums Augsburg Hervorhebung des gröbsten Blödsinns von mir)

Ganz ehrlich: solche hanebüchenen Äußerungen regen mich auf, reduzieren sie doch die größten Verbrechen der Menschheit auf eine vermeintliche Gottlosigkeit, die alleine an diesen Taten schuld sein soll. Sowas ist geschmacklos, dumm und vor allem nichts als gepredigter Hass gegenüber Menschen, die jede Form von Glauben ablehnen.

Eine der wichtigsten Errungenschaften überhaupt ist die persönliche Freiheit. Jeder kann in unserer Gesellschaft an das glauben was er möchte: Wir sind nur hier, weil eine übernatürliche Kraft das so will? Bitte schön. Man trifft sich jede Woche im Kollektiv, um dieser gigantischen Kraft zu huldigen? Viel Spaß. Leute rennen zur Beichte, weil sie Lieschen Müller unzüchtig hinterhergesehen haben? Sollen sie doch. Menschen richten ihre Sexualität nach Vorschriften von 83-jährigen Männern aus, die im Leben keinen Sex hatten, weil sie dem abgeschworen haben? Jeder, wie er möchte. Die persönliche Freiheit des Glaubens ist ein hohes Gut – jeder soll in seinem Glauben glücklich werden.

Prediger wie Mixa hingegen, die Atheisten pauschal auf eine Stufe mit Nazis und Kommunisten stellen, überschreiten die Linie des persönlichen Glaubens. Sie meinen, dass ihre Vorstellungen auch für andere gelten müssen und dass ein Nichtbefolgen dieser Ansichten direkt in  “die Hölle auf Erden” (Mixa) führt. Das ist nicht akzeptabel. Genauso wie ich den persönlichen Glauben anderer Menschen respektiere, erwarte ich, dass diese Gläubigen mich nicht mit ihren mittelalterlichen Vorstellungen und Hasspredigten behelligen.

Wenn Walter Mixa als Vertreter der katholischen Kirche predigt, dass Atheisten für die Verbrechen der Geschichte verantwortlich sind, ist das nichts weiter als die Verbreitung von Hass. Vielleicht sollte Mixa lieber nach den Opfern von 2.000 Jahren Kirche fragen – Die Kreuzzüge, Inquisitionen, Kriege im Namen des Glaubens oder Kindermissbrauch durch katholische Priester. Mit dem Finger auf andere zu zeigen ist da natürlich einfacher.

(via Malte Welding, MATTHIAS SCHUMACHER und @zeitrafferin)