Posts Tagged: Medien


30
Apr 09

Unverantwortliche Panikmache

Sowas:

umfrage1

Screenshot von Tagesschau.de

kommt von sowas:

Screenshot Bild.de (von mir noch unkenntlicher gemacht)

Screenshot Bild.de (von mir noch unkenntlicher gemacht)


17
Jan 09

Wie Journalismus funktioniert

Truth ©Daniel Y. Go (cc:by-nc-bd)

Truth ©Daniel Y. Go (cc:by-nc-bd)

EMail des Lübecker SPD Vorsitzenden an alle SPD Mitglieder vom 14.01.09:

“Auch über das in verzerrter Weise von den LN dargestellte Gespräch zwischen Peter Reinhardt als SPD-Fraktionsvorsitzendem und mir mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Sauter und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Zander vom vergangenen Freitag ist unserem Kreisvorstand am Montagabend berichtet worden. Ablauf und Inhalt des Gespräches ist unserer Pressemitteilung zu entnehmen. Ausdrücklich ist von uns in dem Gespräch erklärt worden, dass wir für unseren Bausenator um eine Mehrheit mit BfL und Grünen bemüht sind. Ein Entgegenkommen oder eine Zusage für eine mögliche Wiederwahl von Herrn Geißler hat es nicht gegeben!

Aus der Pressemitteilung der SPD Lübeck vom 13.01.09:

“Thieß betonte jedoch, dass er der CDU-Spitze deutlich erklärt habe, dass die SPD unverändert um die Unterstützung von BfL und Grünen bei der Senatorenwahl werben würde. Eine Unterstützungszusicherung für den Umweltsenator Geißler sei im Übrigen weder abgefordert noch abgegeben worden. Die SPD werde sich wie alle Fraktionen im Rathaus zu gegebener Zeit mit dieser Frage beschäftigen und vorurteilsfrei mit gleichen Argumenten eine Abwägung für die Besetzung dieser Position vornehmen, wie sie es bei den jetzigen Amtsinhabern getan hat.” (Quelle)

Artikel in den Lübecker Nachrichten vom 17.01.09:

“Mit dem Senatoren-Handel zwischen SPD und CDU habe die BfL-Entscheidung nichts zu tun, versichert Mildner. Die Spitzen der beiden großen Parteien hatten sich vor einer Woche auf die Wiederwahl des SPD-Bausenators geeinigt. Im Gegenzug hatten die Sozialdemokraten signalisiert, einer zweiten Amtszeit des CDU-Innensenators nicht im Wege zu stehen – was viel Wirbel hinter den Rathaus-Kulissen ausgelöst hatte.” (Quelle)

Welchen Grund kann es eigentlich geben, dass die LN stur das Gegenteil behaupten?


14
Jan 09

Die LN und der versprochene Senator

Die LN haben ja bekanntermaßen (hier und hier) die kühne Behauptung aufgestellt, dass die SPD der CDU die Wiederwahl Geißlers als “Deal” für deren Wiederwahl des Bausenators versprochen hätte. Dazu hat Peter Thieß schon ausreichend Stellung bezogen. Deswegen nur eine klitzekleine Ergänzung, die mich heute per Mail zu dem Thema erreicht hat:

“Die LN hat für den gestrigen und den heutigen Artikel nicht einmal mit Peter Thieß und Peter Reinhardt gesprochen.”

Sollte das so stimmen, würde ich doch mal ganz zaghaft in Richtung Lübecker “Nachrichten” fragen, ob das deren Vorstellung von Journalismus ist. Im Pressekodex des Presserates heißt es dazu:

“Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. (…) Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.” (Hervorhebung von mir)

In dem ersten Artikel der LN über den angeblichen Deal kann ich kein “angeblich”, “soll” oder ähnliches finden, mit dem Gerüchte oder unbestätigte Meldungen gekennzeichnet werden könnten. Für Frau von Zastrow handelt es sich anscheinend um eine unumstößliche Tatsache. Und falls sie wirklich weder mit dem Fraktionsvorsitzenden noch dem Kreisvorsitzenden der SPD geredet haben sollte, ist das ein richtiges Armutszeugnis.

Aber vielleicht irre ich mich ja auch…


10
Sep 08

Kommentare bei HL-Live

Notiz an mich selber: Nicht mehr auf HL-Live deren Berichterstattung kommentieren. Das wird da ohnehin nicht veröffentlicht.


12
Jan 08

Zwei Stühle, eine Meinung

Vorweg: Ich habe weder “Anne Will” noch “Hart aber fair” gesehen. Aber ich habe die Artikel im SPIEGEL Online und bei FAZ.net gelesen. Und irgendwie müssen das völlig unterschiedliche Sendungen gewesen sein…

Wer es selber nachlesen möchte: Hier die Artikel bei SPON (2) und hier bei FAZ.net (2)

Hier der Vergleich zu “Anne Will”:

SPON FAZ
Schade, dass Roland Koch nicht bei Anne Will zu Gast war. Der hessische Ministerpräsident hätte erlebt, wie seine Wahlkampfthesen zur Jugendkriminalität sachlich und konzentriert diskutiert wurden. Am Ende war man sich einig: Lieber genau hinsehen als rhetorisch draufhauen. Das war doch einmal eine richtige Farce, am Sonntagabend bei Anne Will im Ersten. Und wir dürfen sagen, wir sind dabei gewesen. Wir sind Zeuge einer Talkshow geworden, die sich am Ende, als die Moderatorin den vermeintlichen Erkenntnisgewinn in gar nicht genug Worte fassen konnte, in Luft auflöste. Weil sie das Thema der vorangegangenen Stunde – es ging um Jugendkriminalität und die Kriminalität unter jungen Zuwanderern – als vermeintlich allein dem Wahlkampf geschuldet entlarvte.
Schade eigentlich, denn trotz der aufgeheizten Stimmung verlief die Diskussion über die jüngsten Gewalttaten von München, Frankfurt und Berlin samt ihrer Folgen erstaunlich sachlich und konzentriert, aber auch ohne jede Beschönigung oder Verharmlosung.

Dass nur ja Roland Koch mit diesem Thema und mit Hetzparolen nicht die Wahl in Hessen gewinnen möge, sagten vier der fünf Gäste von Anne Will. Der Fünfte, Günther Beckstein, der bayerische Ministerpräsident, war allein auf weiter Flur und am Ende nur noch ein Haufen Zaudern.

Am Ende war man sich ziemlich einig: Möglichst früh eingreifen und, wo möglich, helfen, erziehen, motivieren. Zugleich rechtzeitig Grenzen setzen, Jugendarrest und Strafhaft inklusive, ohne zu vergessen, wie hoch die Rückfallquote sein kann (derzeit rund 70 Prozent). Der Rest ist zähe Kleinarbeit an vielen Fronten. Anne Will verlegte sich darauf, dass Thema an und für sich zerreden zu lassen, so dass man am Ende, als der Hannoveraner Kriminologe Christian Pfeiffer seine Statistiken zitiert hatte, gar nicht mehr wusste, wie der Stand der Dinge bei der Jugendkriminalität ist
Aber es ist ja richtig: Ohne die unglaublichen Videobilder von der brutalen Tat in der Münchner U-Bahn, aber auch ohne den in Not geratenen Wahlkämpfer Koch, der politisch wenig Skrupel kennt, wenn es um die Rettung seiner Macht geht, gäbe es diesen aufgepeitschten Streit um Worte nicht, die allzu oft Schlagworte und Begriffsbesetzungen sind nach dem Motto: Haut den Lukas, haltet den Dieb! Dabei ist das doch genau eine der Fragen, die sich stellen: Ist es eine Thema oder ist es keins? Ist es nur eins, weil es die Union hochspielt und die Bild-Zeitung es anheizt? Oder ist es nicht vielleicht seit langem schon eins, über das viele nur ungern reden, weil es so viel Ratlosigkeit auf allen Seiten offenbart? Und weil man in null komma nichts vor lauter Vorurteilen und Klischees den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht?

Hier der Vergleich zu “Hart aber fair”:

SPON FAZ
Doch so wie sich das Können eines Wahlkampfstrategen daran bemisst, dass er die Erregungskurve bis zum Stichtag immer weiter nach oben zu treiben versteht, so offenbart sich die Qualität einer Fernsehdiskussion eben darin, Empörung und Betroffenheit in einer sachlichen Auseinandersetzung aufzulösen. Anne Will ist das am Sonntag gelungen – Frank Plasberg ist daran gestern trotz einiger hübscher Spitzen gegen Koch gescheitert. Roland Koch bedankte sich auch noch beim Moderator, und zwar dafür, dass er mit seiner Sendung das Thema aufgegriffen habe. Kochs politische Gegner dürften daraus ein vergiftetes Lob destillieren, von wegen: Da bedankt sich einer für die Wahlkampfhilfe. Doch es wäre an Brigitte Zypries und ÖzcanMutlu gewesen, Koch, der sich als Sieger nach Punkten fühlen durfte, schlechter aussehen zu lassen. Frank Plasberg hat wie immer seinen Job gemacht. Anne Will könnte sich davon eine Scheibe abschneiden.
Nicht ganz unschuldig daran war wohl auch die Tatsache, dass das Plasberg-Team mit einigen Einspielern in boulevardeske Untiefen geriet. Ein Beitrag, mit dem man die Hilflosigkeit der Bürger gegenüber der “Ausländergewalt” belegen wollte, erinnerte in seiner Machart gar an Krawall-Infotainment à la “Akte 08″. Da ließ man zwei junge Männer nichtdeutscher Abstammung durch die U-Bahn rüpeln – und befragte danach die Fahrgäste, warum sie nicht eingegriffen hätten: Sozialrecherche nach Privatfernsehen-Manier. Sie [die Redaktion von Frank Plasberg] haben sich um empirische Grundlagen gekümmert, das Thema selbst am lebenden Objekt geprüft, indem sie zwei Schauspielschüler in der U-Bahn als Randalierer auftreten ließen, die Sache von vielen Seiten beleuchtet und jedem mindestens eine Frage gestellt, die für Verlegenheit sorgen konnte.
Peinlich auch, dass man schon wieder ein umdressiertes Gewaltpaket aus dem Stall des Antiaggressionstrainers Michael Heilemann als Stichwortgeber in die Sendung geholt hatte. Der Brachialpädagoge Heilemann, der bei Plasberg vor eineinhalb Jahren schon mal zum Thema Killerspiele referiert hatte, setzt auf recht zweifelhafte Erziehungsmethoden. Gestern nun kam ein von ihm umgepolter Türke zu Wort. Früher habe er auf alles eingeschlagen, so der Ex-Delinquent, jetzt plane er eine Karriere im Sicherheitsbereich. Auf die Frage, vor was er denn Respekt habe, gab der angeblich zivilisatorisch intakte Gast eine verräterische Antwort: körperliche Kraft. Am Ende trafen sich der Kriminalbeamte und der Sozialpädagoge und dann auch die Politiker bei dem, wovon der als Einzelgast ins Studio geladene, ehemalige „Schläger“ Alaattin Kaymak sprach: Bei Vorbildern, an denen sich Jungs und junge Männer orientieren können.

Die Formatierung ist mir jetzt nicht so wundervoll gelungen, aber eines sollte klar werden: Wenn man in dieser aufgeheizten Debatte nur ein Medium verfolgt, ist man hoffnunglos verloren. Was für die einen “Sozialrecherche nach Privatfernsehen-Manier ist” (SPON), ist für die anderen eine empirische Überprüfung der Thesen (FAZ). Was für die einen eine gelungene Sendung ist, bewerten die anderen als Reinfall der Woche. Das betrifft übrigens nicht nur die Fernsehkritik. Auch die allgemeine Berichterstattung über die Probleme der Jugendkriminalität unterscheidet sich von einem zum anderen Medium zum Teil erheblich, sodass ich immer versuche möglichst viele Artikel aus verschiedenen Quellen zu lesen. An welches Publikum sich diese Bericht wenden, erkennt man übrigens recht schnell, wenn man sich die Kommentare unter den Artikeln durchliest – wenn es solche denn gibt. Um es mal freundlich zu formulieren: In den Kommentaren zu diesen Artikeln wird nach meiner Erfahrung sehr selten sachlich diskutiert.

Ich hoffe mal, dass der große Wind sich erstmal legt und man dann über das Problem sachlich und ohne Wahlkampfabsichten diskutieren kann. Das Problem der Jugendkriminalität ist nämlich ein sehr reales und eine, das man angehen muss. Aber nicht mit Schnellschüssen, in denen man einfach mal etwas fordert weil gleich Wahl ist.


30
Aug 07

Journalistische Wirklichkeit

Im Blog “SpiegelKritik” findet sich ein lesenswerter Gastbeitrag, der sich mit der Darstellung von Kurt Beck und Michael Naumann in der Öffentlichkeit beschäftigt. So heißt es in dem SPIEGEL-Artikel:

“„Später beim Rundgang über das Gelände gestaltet sich schon die Kontaktaufnahme zur Arbeitnehmerschaft schwierig. Am Dock eilt Beck auf ein paar ölverschmierte Arbeiter zu, die Gerüstteile neben der ‚Cap Roca’ stapeln. ‚Na, gleich geschafft?’ ruft er ihnen zu. Einer nickt kurz, während er eine Stahlstrebe auf den Haufen wirft. Dann ziehen die Männer wortlos ab. Und in der großen Reparaturhalle beobachten ein paar Männer irritiert den Tross um Beck und Naumann, der da an ihnen vorbeizieht. Beck bleibt stehen und winkt. Niemand winkt zurück.“

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499669-2,00.html

Dazu bei “SpiegelKritik”:

“Warum aber „gestaltet sich schon die Kontaktaufnahme zur Arbeitnehmerschaft schwierig“? Müsste das einen Journalisten nicht interessieren? Hätte man nicht nachfragen können? Michael Naumann, selbst gelernter Journalist, fragt nach. Als er auf die Männer zugeht, weichen die scheu vor ihm zurück, bis sie fast die Stahlwand des Docks im Rücken haben. Auf seine Frage reagieren sie hilflos, verstört. Sie verstehen kein Wort. Es sind polnische Leiharbeiter, die gar nicht wissen, wer und was da zu Besuch ist. Der Betriebsratsvorsitzende erklärt Michael Naumann, dass es bei Blohm + Voss in der Fertigung inzwischen mehr Leiharbeiter als Festangestellte gibt. Der SPD-Spitzenkandidat ist fassungslos: „Die Werften sind über Jahre gut ausgelastet. Höchste Zeit, Leih- und Zeitarbeit in feste Jobs umzuwandeln und Ausbildung zu fördern.“

Auch das würde man gern bei „Spiegel Online“ lesen. Warum man es dort nicht findet? Weil es den schönen Artikel über den als „zu provinziell“ erachteten Kanzlerkandidaten Kurt Beck und den „Schöngeist“ Michael Naumann, den man schon fertig im Kopf hatte, durch die Realität ruinieren könnte?”

Quelle: http://spiegelkritik.de/2007/08/29/auf-den-journalistischen-hund-gekommen/

Sehr lesenswert.


23
Aug 07

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