Posts Tagged: Lärmschutz


28
Jan 09

Neue Blitzmethode für Lübeck?

Blitzer an der B75

Blitzer an der B75

In der Frankfurter Rundschau wird über eine neue Methode berichtet, die die herkömmlichen Geschwindigkeitsmessungen ergänzen könnten. Dabei wird nicht mehr die Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt gemessen, sondern über eine bestimmte Strecke. Das Fahrzeug wird also an den Punkten A und B erfasst, woraus sich dann die Geschwindigkeit errechnen lässt, mit der auf der Strecke gefahren wurde.

“Bei der Einfahrt in den Tunnel macht es klick. Sieben Kilometer weiter bei der Ausfahrt macht es wieder klick. Ein Computer gleicht die Fotos mit den Auto-Kennzeichen ab und berechnet das Durchschnittstempo der gesamten Strecke.(…)
“Section control”, Abschnittskontrolle, heißt diese Überwachungsmethode, die bereits in Holland, England und Österreich auf besonders unfallträchtigen Straßen praktiziert wird. Nicht mehr ein einzelner Blitzer misst punktuell die Geschwindigkeit; das Streckenradar nimmt Dauerraser ins Visier. Jene Autofahrer, die im Bereich eines Starenkastens auf die Bremse treten, um danach umso ungenierter Gas zu geben.” (Quelle)

Der Vorteil liegt auf der Hand: Es wird nicht mehr kurz vor dem Blitzer gebremst, um gleich danach wieder Vollgas zu geben. Das ist zum Beispiel an den Blitzern der B75 zu beobachten, die angebracht wurden, um den Lärmschutz für die Siedlungen Rangenberg und Wallberg sicherzustellen. Nach meiner Beobachtung sind es vor allem LKWs, die direkt nach den Blitzern gerne wieder Vollgas geben.

Das ist – wie im Artikel beschrieben – datenschutzrechtlich in der Tat nicht ohne Probleme. Angesichts der täglichen Erfahrungen mit den Autofahrern, die sich für den Lärmschutz der Anwohner aber einen feuchten Kehricht interessieren, hielte ich das zumindest für nachdenkenswert. Freiwillige Lösungen funktionieren offenbar nicht.


11
Nov 08

Herreninsel und Häfen

Herreninsel bei Lübeck

Herreninsel bei Lübeck

Im öffentlichen Teil des Wirtschaftsausschusses ging es am Montag unter anderem um die Herreninsel und deren Bewohner. Zur Herreninsel muss man wissen, dass die dortige Bebauung nur eine “Notlösung” ist, die man nach dem Krieg aufgrund der Platznot akzeptiert hat. Die dortigen Grundstücke gehören der Stadt und sind nur vermietet mit der Auflage, dass nach dem Tod des Mieters nur Angehörige diesen Mietvertrag übernehmen dürfen. Im Jahr 2010 läuft der 1980 geschlossene Mietvertrag aus. Auf der gegenüberliegenden Seite der Herreninsel hat sich in den letzten Jahren eine Hafenlandschaft entwickelt, die unter anderem das Gelände der ehemaligen Flender Werft umfasst und bis zum alten Kraftwerksgelände kurz vor Dänischburg reicht. Nun wachsen die Häfen zum Glück und setzen langfristig immer mehr Frachtgut um, auch wenn es momentan etwas stockt. Dazu kommt dass dort ein 24-Stunden Schichtbetrieb geplant ist, also auch Nachts Schiffe be- und entladen werden sollen.

Nun wurde die Verwaltung beauftragt, den Sachstand zum Thema Herreninsel zusammenzutragen, um die Bürgerschaft umfassend zu informieren. Das Ergebnis ist nicht eben kurz gehalten und umfasst 16 Seiten plus diverse Anhänge. Letztlich geht es darum, dass durch einen Rund um die Uhr Betrieb der Häfen auf der Herreninsel der zulässige Lärm so dermaßen überschritten würde, dass Lärmschutzmaßnahmen angezeigt wären. Das ist auf der Herreninsel nicht ganz so einfach zu realisieren und auch die Gutachter wollen keine konkreten Kosten für den Lärmschutz schätzen, da einige Häuser unter Umständen wegen ihrer Leichtbauweise erst “ertüchtigt” werden müssten und vielleicht sogar aufgestockt werden müssen, da sie dem Hochwasserschutz (mindestens 3,78 Meter über Null) nicht gerecht werden. Die Verwaltung möchte nun ganz einfach den Anwohnern kündigen und hatte schon einen entsprechenden Antrag in den Wirtschaftsausschss eingereicht. Da wir als SPD aber noch mit den Anwohnern zusammen nach anderen Lösungen suchen wollen, haben wir diesen Antrag erstmal mit den anderen Fraktionen auf die nächste Sitzung verschoben. Ganz so einfach wird eine mögliche Lösung im Sinne der Anwohner wegen der Rechtslage aber nicht: Durch den Hafenlärm haben die Anwohner ein Recht auf Lärmschutz auf den sie – laut der Stellungnahme der Verwaltung -  auch nicht freiwillig verzichten könnten.

Eins ist aber klar: In den kommenden Wochen oder Monaten muss eine Lösung gefunden werden – und zwar möglichst eine, die dem Hafen und den Anwohnern gerecht wird. Versprechen kann man im Moment aber nichts.


6
Sep 07

Lärmschutz an der B75 in Kücknitz

Veranstaltung zum LärmschutzHeute Abend fand im Gemeinschaftshaus Rangenberg eine Veranstaltung zum Thema Lärmschutz statt, zu der die gemeinnnützigen Vereine Kücknitz und Siems, die Siedlergemeinschaft Rangenberg sowie die CDU-Kücknitz und die SPD-Trave Nord eingeladen haben. Hintergrund der Veranstaltung ist der Lärmschutzwall, der an der B75 zwischen der Abfahrt Kücknitz und der Auffahrt zum Herrentunnel gebaut werden soll. Moderiert wurde der Abend von Hartmut Haase von der Siedlergemeinschaft Herreninsel damit das Ganze auch in einem neutralen Rahmen abläuft. Eingeladen waren Vertreter der Stadt, der Straßenbaubehörde und der Planer. Zuerst hielt ein Arzt des Gesundheitsamtes einen allgemeinen Vortrag über die Gefahren, die von Lärm ausgehen. Interessant hierbei war in meinen Augen, dass nicht nur der wahrgenommene Lärm zu gesundheitlichen Problemen führen kann, sondern dass auch der nächtliche Lärm, der gar nicht bewusst gehört wird, zu ebensolchen Folgen führen kann. Darauf wurde eine Karte vorgestellt, die auf Vermessungen der angrenzenden Häuser beruht und auf welcher die aktuelle Schallverteilung zu sehen ist.

Veranstaltuing zum Lärmschutz

Danach wurde gezeigt, welche Verbesserungen mit einer Lärmschutzwand zu erreichen sind. Die Rede ist hierbei von einer Verbesserung von bis zu 10db(a) im Erdgeschoss. In der anschließenden Diskussion haben sich noch einige Fragen ergeben, die ebenfalls ausführlich beantwortet wurden. So ist nicht damit zu rechnen, dass der Schall, der von der Lärmschutzwand “abstrahlt”, wenige Straßen weiter “herunterfällt” und somit zu einer stärkeren Belastung an dieser Stelle führt. Vielmehr verliert der Schall durch den längeren Weg an Energie und wird somit als leiser empfunden. Darüber hinaus könne man sich eine grüne Bepflanzung der Wände vorstellen, deren dauerhafte Pflege aber die Anwohner übernehmen müssten. Ebenfalls ausgeräumt werden konnten die Bedenken, dass die Wand die Anwohner im Dunkeln sitzen lasse. Der Abstand sei so groß, dass eine übermäßige Beeinträchtigung nicht zu erwarten sei. Die Lösung in Höhe der Tankstellen und der Bushaltestellen sieht ebenfalls vernünftig aus. Hier sollen Einbuchtungen und Übergänge gebaut werden. Leider lässt sich das sprachlich weniger anschaulich darstellen als auf den Bildern zu sehen war ;)

Insgesamt halte ich das für eine vernünftige Lösung. Angesichts von 30.000 Fahrzeugen (davon ca. 3.000 LKW), die dort täglich langfahren, dürfte die Wand eine weitere Entlastung bringen. Ausserdem handelt es sich hierbei um eine Leistung des Bundes, sodass die Stadt finanziell nicht belastet wird. Ich hatte auch den Eindruck, dass der größte Teil der anwesenden Anwohner mit dieser Lösung zufrieden ist.