
Frage: Ihr tretet zur Wahl unter dem Motto „Gemeinsam für Kücknitz“ an. Was meint Ihr damit?
Antwort: „Gemeinsam für Kücknitz“ bedeutet für uns, dass wir die Zukunft des Stadtteils nur zusammen mit denen gestalten können, die hier leben und aktiv sind. Lübeck ist mehr als die Innenstadt und Travemünde – für uns, wie auch für die Lübecker SPD, stellt die Entwicklung der Stadtteile einen roten Faden für die kommenden Jahre dar.
Frage: Die übrigen Parteien und Initiativen haben entweder keine Kandidaten aus Kücknitz oder diese soweit hinten auf den Listen platziert, dass diese keine reelle Chance haben in die Bürgerschaft einzuziehen. Wie ist eure persönliche Verbundenheit zum Stadtteil?
Antwort: Wir können nicht beurteilen, nach welchen Kriterien die Mitbewerber ihre Kandidaten aufstellen. Für die hiesige SPD war klar, dass die Kandidaten aus Kücknitz kommen sollen. Denn wer hier lebt und aufgewachsen ist, ist dichter an den Menschen, an den Problemen und gerade auch an den Chancen des Stadtteils.
Frage: Apropos Probleme, welche sind aus Eurer Sicht die Probleme in Kücknitz?
Antwort: Kücknitz ist besser als sein Ruf. Gemeinsam mit den Vereinen, Verbänden, Kirchen und Interessengemeinschaften wollen wir die Probleme des Stadtteils aufgreifen, aber auch für eine bessere Darstellung des Stadtteils sorgen. Probleme sind aus unserer Sicht u.a. die Schulentwicklung, der ÖPNV und die soziale Situation des Stadtteils. Beim Herrentunnel werden wir uns weiterhin, gemeinsam mit dem Aktionsbündnis „Die Maut muss weg“, für die Abschaffung der Maut einsetzen.
Frage: Welche Probleme seht Ihr in der Schulentwicklung?
Antwort: Die SPD möchte gleiche Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen. Wir wollen das Abitur langfristig im Stadtteil halten. Das neue Schulgesetz schreibt erstmalig Mindestgrößen als absolute Untergrenzen für Schulen vor. Für Gymnasien liegt diese Zahl bei 300 in der Sekundarstufe 1 (Klasse 5-10). Das Trave Gymnasium unterschreitet diese Zahl bereits im laufenden Schuljahr, wenn auch knapp. Laut Schulstatistik der Hansestadt Lübeck wird der große Bruch zum Schuljahr 2013/14 (242 Schüler) kommen. Dies bedeutet, dass das Gymnasium nur mit einer Ausnahmegenehmigung existieren kann. Dass diese langfristig erfolgt sehen wir nicht als gegeben an.
Die CDU gefährdet mit ihrem Beschluss, die Trave Realschule in eine Regionalschule umzuwandeln, mittelfristig das Abitur nördlich der Trave. Bei einer Gemeinschaftsschule ist eine gymnasiale Oberstufe möglich bei einer Regionalschule nicht. Für uns zählen zudem der Elternwille und die Beschlüsse der Schulkonferenz. Dies bedeutet für das Traveschulzentrum: Das Gymnasium bleibt solange eigenständig, wie das Land diese Ausnahmesituation genehmigt. Die Trave Realschule wird Gemeinschaftsschule.
Frage: Was wollt Ihr im Bereich des ÖPNV erreichen?
Antwort: Wir wollen endlich eine langjährige Forderung der örtlichen SPD umsetzen. Dies bedeutet konkret, dass die Endhaltestelle Roter Hahn an den Bahnhaltepunkt verlegt wird. Die CDU-Mehrheit hat die Verlegung bislang abgeblockt und Gutachten in Auftrag gegeben, die immer zu dem gleichen Schluss kamen: Die Anbindung des Busverkehrs an den Bahnhaltepunkt ist empfehlenswert. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass Pendlerparkplätze am Bahnhaltepunkt eingerichtet werden. Ein weiterer Punkt ist die Aufrechterhaltung der Tarifgemeinschaft zwischen Bahn und Stadtverkehr, sodass beide Netze mit einem Ticket genutzt werden können. Zudem setzen wir uns für eine durchgehende Verbindung nach Hamburg ein.
Frage: Wo seht ihr Chancen für den Stadtteil?
Antwort: Eine große Chance im Stadtteil ist die Entwicklung der (Hafen-) Wirtschaft. Diese wollen wir, unter Berücksichtigung der Anwohnerinteressen, in ihrer weiteren Entwicklung fördern. Ganz wichtig ist hierbei für uns das Projekt „New Hansa“ (die landseitige Stromversorgung der Schiffe, sodass diese ihre Maschinen ausstellen können). Chancen sehen wir aber ebenso in dem Ausbau der touristischen Nutzung der vielen Naherholungsgebiete (z.B.: Dummersdorfer Ufer, Waldhusener Forst). Hierbei spielen der Ausbau von Wander-, Rad- und Reitwegen, sowie die Forderung des Gemeinnützigen Vereins nach der Borndiekbrücke am Skandinavienkai eine Rolle.
Chancen bedeuten für uns aber ebenso ein kostenloses Mittagsessen in Kindergärten und Ganztagesschulen, sowie die Absicherung von bestehenden Schulnetzwerken (Zusammenarbeit von Schulen, Jugendarbeit, Jugendhilfe und Vereinen).
Frage: In eurem Stadtteilheft habt ihr den Begriff der Generationengerechtigkeit aufgegriffen. Was versteht ihr darunter?
Antwort: Unter einem generationengerechten Stadtteil verstehen wir beispielsweise entsprechende, bezahlbare Wohnungen für Familien und ältere Menschen. Eine vernünftige Infrastruktur, die von Spielplätzen über Einkaufsmöglichkeiten bis hin zu einer ausgeglichenen ärztlichen Versorgung reicht, sodass man nicht für jeden Facharzt in die Innenstadt fahren muss. Der Verbleib der AOK ist ein wichtiger Schritt. Hierfür haben wir uns, gemeinsam mit weiteren Akteuren des Stadtteils, stark gemacht.
Frage: Welche Position habt ihr zur Haushaltskonsolidierung der Stadt?
Antwort: Nicht zuletzt hat das Innenministerium der Bürgerschaft noch mal deutlich gemacht, dass die CDU-Haushalte der letzten 5 Jahre die finanzielle Zukunft der Stadt wesentlich gefährden. Für uns ist klar, dass anstrengende Jahre der Haushaltskonsolidierung vor uns liegen. Ebenso klar ist aber auch, dass eine Prioritätensetzung erfolgen muss. Gerade im sozialen Bereich darf nicht weiter gespart werden. Ansätze sehen wir unter anderem bei den Schattenhaushalten der stadteigenen Gesellschaften und bei der Überprüfung von Subventionen, beispielsweise der Marketingausgaben beim Flughafen. Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern bauen wir aber keine finanziellen Luftschlösser, sondern wir sind uns bewusst, dass ein sparsamer Umgang mit Steuergeldern selbstverständlich ist.