Charmant: Die Lobbyisten Interessenvertretung (unter anderem) der Lübecker Innenstadthändler hat sich übrigens auch zum Thema IKEA geäußert. Das Lübeck Management “klärt auf” mit einer Sondermitteilung [PDF]:
“IKEA ja ! Aber kein Trojanisches Pferd als Scandinavien Center.
Jede im Scandinavien Center oder in zukünftig geplanten Centern gekaufte Ware kann nur einmal gekauft werden und geht dem Einzelhandel verloren, dessen Sortiment planungsrechtlich in die Innenstadt gehört. (…) Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu erwarten, das das zur Zeit bestens aufgestellte vielfältige und individuelle Sortiment der Altstadt verkümmert, wenn die Stadt auf die Lockangebote neuer Investoren eingeht. Die Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze sollte in dieser Situation Vorrang haben. Betroffen ist nicht nur die Innenstadt sondern auch die Peripherie der Altstadt, ganz zu schweigen von Bad Schwartau und den Randgemeinden. Denn hier bleibt auch mit dem Bau des Scandinavien Centers das regionale Entwicklungskonzept auf der Strecke.
Das Lübeck Management vertritt die Interessen seiner Einzelhandelsmitglieder energisch und vehement in allen Gremien und gegenüber den politischen Entscheidern, um Fehlentwicklungen für die Zukunft zu vermeiden. Alle betroffenen Einzelhändler sollten den Ernst der Lage erkennen und auch Ihre Mitarbeiter zu diesem Thema sensibilisieren. Bitte sprechen Sie uns an und wirken Sie mit.” (Quelle: Lübeck Management, Hervorhebungen von mir)
Ich habe die Mitteilung mehrfach gelesen und konnte beim besten Willen keinen einzigen Grund finden, warum ich als Kunde dieses Verhindern von Wettbewerb auch nur im Ansatz begrüßen sollte. Außer der Tatsache, dass die Händler der Innenstadt um ihren Umsatz fürchten, kann ich da auch nichts herauslesen. Und wo ich in der Stadt das “zur Zeit bestens aufgestellte vielfältige und individuelle Sortiment” finde, möchte ich auch mal wissen. Aber vermutlich ist es so, wie es ein Besucher der gestrigen Veranstaltung in Kücknitz auf den Punkt brachte:
“„Meine Befürchtung ist, dass eine handvoll Kaufleute in dieser Stadt bestimmen will, wer mit was handelt“, war Joachim Jänke erzürnt. Er bringt auf den Punkt, was die meisten der 250 Menschen im Gemeinschaftshaus Rangenberg in Kücknitz umtreibt.” (Quelle: LN)