Posts Tagged: Gemeinschaftsschule


16
Mai 08

Was Herr Zander lieber verschweigt

Die Lübecker CDU hat auf HL-Live eine interessante Pressemitteilung zum Trave Gymnasium in Lübeck-Kücknitz veröffentlicht. Dabei verschweigt Herr Zander so einiges an Fakten und arbeitet lieber mit seinen bekannten “Argumenten” aus der Mottenkiste, die auch gut zu ihm passen. Zu den Fakten, die Herr Zander wohlwissentlich verschweigt:

 

  1. “Zander verwies auf die hervorragende Arbeit der Schule und des Lehrerkollegiums und auf den herausragenden Standort des Gymnasiums nördlich der Trave.”
    Soso. Von den Kindern, die in der 5. Klasse im Trave Gymnasium angemedet werden, erreichen nur etwa 50% das Abitur. Die restlichen 50% schaffen es nicht am Trave Gymnasium. Ein Gymnasium, das angeblich gute Arbeit leistet, sollte mehr Schüler besser fördern können, oder? (Hier geht es zu den  Zahlen über die Abiturquote)
    Übrigens: Die Lübecker Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe haben erheblich bessere Zahlen. Hier schaffen mehr Schüler das Abitur; bei absolut identischen Abiturbedingungen. Auch das ist in der Lübecker Schulstatistik eindeutig nachzulesen.
     
  2. “Nach Auffassung der CDU – Fraktion sei es auf keinen Fall zeitgemäß, den Schülern in Kücknitz ihr Gymnasium zu schließen und sie dann auf die bestehenden anderen Lübecker Gymnasien zu verteilen bzw. sie auf die “dann neue nach linker Ideologie geprägte Einheitsschulen” zu schicken.”
    Auch hier sollte Herr Zander besser informiert sein. Mit dem neuen Schulgesetz, das seit dem Jahr 2007 gilt, wurden erstmals Mindestschülerzahlen festgelegt, die erreicht werden müssen, damit eine Schule bestehen darf. Für Gymnasien ist die Zahl auf 300 festgelegt worden, die in der Sekundarstufe I (Klasse 5-10) eingeschult sein müssen. Das Trave Gymnasium hat erhebliche Schwierigkeiten diese Zahlen zu erreichen und eine Ausnahmegenehmigung scheint zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Das bedeutet, dass das Trave Gymnasium sehr wohl Gefahr läuft, alleine aufgrund der weiter abnehmenden Schülerzahlen geschlossen zu werden. Herr Zander weiß das entweder nicht oder verschweigt diese Tatsache bewusst – beides ist kein Zeichen von seriöser Politik. (Hier gibt es mehr dazu)
     
  3. Wir akzeptieren den Beschluss des Trave-Gymnasiums, eigenständig zu bleiben! Wenn es für den Fortbestand eine Ausnahmegenehmigung trotz der sinkenden Schülerzahlen gibt, ist das überhaupt kein Problem. Wir akzeptieren aber auch den Antrag der Trave Realschule, eine Gemeinschaftsschule zu werden! Das verschweigt Herr Zander wohlwissend: Die Trave Realschule hat sich dagegen entschieden eine Regionalschule zu werden und möchte stattdessen eine Gemeinschaftsschule werden. Die Lübecker CDU in Form von Zander und Co. ist nämlich sehr selektiv: Der Eltern- und Schulwille zählt für sie nur an ausgewählten Schulen.
Wenn Herr Zander ehrlich wäre, ginge er auf all diese Fakten ein. Das tut er aber nicht. Stattdessen wird lieber ein bisschen Wahlkampfrhetorik gedroschen und – wie üblich bei Zander – das vermeintliche Linksbündnis beschworen. Vor allem: Was sind diese von der CDU behaupteten “linken Einheitsschulen”? Herr Zander mag sich vielleicht nicht erinnern können, aber die neue Gemeinschaftsschule wurde von der Landesregierung gemeinsam von SPD und CDU beschlossen. Dass Herr Zander diese nun als “linke Einheitsschule” zu diffamieren versucht, sagt einiges über Herrn Zander. Unseriös.

30
Apr 08

Unsere Position zur Schulpolitik in Kücknitz

Trave Schulzentrum

Ausgangslage

In Kücknitz besteht derzeitig die Möglichkeit alle Schulabschlüsse zu erwerben.  Kücknitz ist aber auch der Lübecker Stadtteil, der am meisten von der sich verändernden Schullandschaft betroffen ist. Neben der Matthias Leithoff Schule und der Berend Schröder Schule – Außenstelle Kücknitz – werden zukünftig nahezu alle Schüler ab Klasse 5 am Trave Schulzentrum zur Schule gehen.

Wir setzen uns für mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und Jugendliche ein. Eine Grundlage ist das längere gemeinsame Lernen, an einer Schule, in der die Kinder nicht zu früh sortiert und bereits auf einen Schulabschluss festgelegt werden.

Neue Landesgesetzgebung

Mit der Verabschiedung des neuen Schulgesetzes im Jahr 2007 wurden erstmalig auch Mindestgrößen als absolute Untergrenze für die verschiedenen Schularten festgeschrieben. Für Grundschulen liegt diese Zahl bei 80 und für Gymnasien bei 300 Schülern in der Sekundarstufe 1 (Klasse 5-10). Somit erfolgt die Genehmigung der Schulen diesbezüglich auf Landesebene und nicht auf kommunaler Ebene, sodass Fortbestandsbeschlüsse der CDU bewusste politische Augenwischerei sind. 

Probleme des Trave Gymnasiums

Das Trave Gymnasium unterschreitet die geforderten Mindestzahlen bereits seit längerem, somit auch im laufenden Schuljahr, wenn auch knapp. Laut Schulstatistik der Hansestadt Lübeck wird der große Bruch zum Schuljahr 2013/14 (242 Schüler) kommen. Dies bedeutet, dass das Gymnasium nur mit einer Ausnahmegenehmigung existieren kann. Dass diese langfristig erteilt wird sehen wir nicht als gegeben an.

Zukünftig wird das Abitur an Gymnasien, unter Beibehaltung des Lernstoffes, um ein Jahr verkürzt (G 8).

Ab dem Schuljahr 2009/10 startet die Gemeinschaftsschule in Bad Schwartau, die eine weitere Konkurrenz darstellen wird, da die Bindung an den Schulkreis aufgehoben ist.

Probleme des CDU-Beschlusses

Die CDU ignoriert mit ihrem Beschluss die Trave Realschule in eine Regionalschule umzuwandeln nicht nur den Elternwillen und den Beschluss der Schulkonferenz, sondern sie gefährdet langfristig die Möglichkeit des Abiturs nördlich der Trave. Auf eine Gemeinschaftsschule kann, wenn das Trave Gymnasium seine Eigenständigkeit verlieren sollte, eine gymnasiale Oberstufe aufgebaut werden. Dies ist bei einer Regionalschule nicht möglich.

 

Das wollen wir als SPD

Für die SPD zählen der Elternwille und der Beschluss der Schulkonferenz, d.h.,

Beschluss Trave Gymnasium: Eigenständigkeit

Beschluss Trave Realschule: Gemeinschaftsschule

 

SPD-Position:

Die Realschule wird Gemeinschaftsschule bis Klasse 10, die mit dem eigenständigen Gymnasium zusammenarbeitet, sofern es eine Ausnahmegenehmigung (Mindestgröße) vom Land geben wird. Sollte es keine Ausnahmegenehmigung für das Gymnasium geben, werden wir uns für eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe einsetzen.


18
Jan 08

Gemeinschaftsschule im DLF

Sehr hörenswert:

Länger gemeinsam lernen: Ist die Gemeinschaftsschule das Bildungsmodell der Zukunft? (MP3)
Sendezeit: 29.08.2007 10:10
Autor: Roehl, Michael
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Länderzeit
Länge: 69:13 Minuten