11
Aug 10

links for 2010-08-11


11
Aug 10

Google Street View? Wie herrlich!

Endlich geht Google Street View auch in Deutschland an den Start und zeigt 20 deutsche Städte im Detail. Und pünktlich zur Ankündigung kommen die ganzen Bedenkenträger aus den Ecken und zeigen wieder eindrucksvoll, wie es aussieht, wenn man an neuen Technologien immer nur die negativen Seiten sehen will. Wenn man das so liest, meint man fast, den Untergang des Abendlandes schon spüren zu können. Und die Enttäuschung der Damen und Herren Bedenkenträger, dass man Google Street View ja nun leider, leider nicht verbieten können, wegen der Panoramafreiheit und so. Und wenn das mit dem Verbieten nicht klappt, dann doch vielleicht mit dem Kassieren, wie ein Grüner Abgeordneter vorschlägt: „Es sei daher “überlegenswert”, ob Google für die Nutznießung nicht eine Art Abgabe oder Steuer zahlen solle.

Ganz ehrlich: Da fehlt mir so ein bisschen das Verständnis. Anstatt einer Abwägung zwischen Nutzen und möglicher Gefahren, werden nur einseitig mögliche Gefahren aufgeblasen, als habe es beispielsweise nie Einbrüche in Deutschland gegeben, die nun durch Street View quasi inflationär ansteigen würden, folgte man der Logik der Bedenkenträger. Sicher muss man auch bei Projekten wie Google Street View Datenschutz und andere Themen abwägen, aber warum werden die Vorteile so vollständig ausgeblendet? Warum gibt es offenbar keine Kommune, die das touristisch Potential erkennt und nutzt?

Gerade für eine Stadt wie Lübeck, kann Google Street View doch ein wunderbares Werbeinstrument sein. Wir haben eine wunderschöne Altstadt, die Unesco Weltkulturerbe ist und mit der man offensiv Werbung betreiben kann! Was für eine große Chance ist das denn bitte schön, wenn Touristen aus dem Ausland sich schon einen Eindruck von der Stadt machen können und mit entsprechenden Zusatzinformationen ihren Urlaub vorbereiten können?

Stattdessen wird gewarnt, Angst gemacht, Panik verbreitet und alles schwarz gemalt. Das Ergebnis sind dann solche Resolutionen der Lübecker Bürgerschaft:

Die Lübecker Bürgerschaft hat in Ihrer Sitzung am 28. Mai 2009 auf interfraktionellen Antrag der Fraktionen DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen sowie Frau Dr. Stamm (Lübecker BUNT) eine Resolution gegen das geplante Projekt Google-Street-View mit Mehrheit angenommen. Sie fordert darin alle Lübeckerinnen und Lübecker auf, gegen die Internetveröffentlichungen der Bilder ihrer Häuser und Gebäude in denen sie wohnen, Widerspruch bei der Firma Google einzulegen.

Die Resolution hat folgenden Wortlaut:

Die Bürgerschaft der Hansestadt lehnt das Projekt „Google-Street-View“ ab, mit dem alle Straßenzüge in Lübeck und in allen anderen deutschen Städten und Gemeinden rundum fotografiert werden, um die Fotos weltweit für Internetnutzer zur Verfügung zu stellen. Die Lübecker Bürgerschaft schließt sich der Meinung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) an, das dieses Projekt mit Sinn und Zweck das deutsche Datenschutzrechtes für nicht vereinbar hält (vgl. Anlage) und fordert die Firma Google auf, ihr Projekt „Google-Street-View“ umgehend einzustellen. Die Bürgerschaft bittet alle Lübecker Einwohner und Einwohnerinnen, gegen die Internetveröffentlichungen der Bilder ihrer Häuser und Gebäude in denen sie wohnen, Widerspruch bei der Firma Google einzulegen. (Quelle)

Ablehnen, verbieten, klagen, untersagen. Mit so einer Einstellung wird das schwer mit der Zukunft.


11
Aug 10

Tarife bis der Arzt kommt

Dass Mobilfunkanbieter so dermaßen viele Tarifoptionen haben, dass man eigentlich die Superrechner eines Klimaforschungszentrums benötigt, um sie durchzurechnen: geschenkt. Dass die Fußnoten alleine bei der Übersicht der T-Mobile Tarife locker die Zahl 50 erreichen und die Webseite gefühlt 10 Minuten runterscrollt: auch geschenkt.

Aber was, bitte schön, soll ich mit einer Tarifbroschüre anfangen, die mal eben schlanke 59(!) Seiten hat und etwa 3,5 Millionen Tarife, Optionen, Flatrates, Datenkosten, Kleingedrucktes, Fußnoten, Einschränkungen, Verknüpfungen und anderes aufführt? Wild durchblättern, Finger raufhalten und einen Tarif aussuchen? Der dann zwar für 1 Cent pro Minute nach Uranda Burundi (©Ekel Alfred) telefonieren lässt, beim Gebrauch von Datentransfers aber gleich das eigene Grundstück mit einer Hypothek belastet?

Tarife bis zum Abwinken

Tarife bis zum Abwinken

Weniger ist mitunter sehr viel mehr. Echt jetzt.


07
Aug 10

Der großartige Flughafen Lübeck

Nachdem wir Lübecker den Flughafen nach erfolgreichem Bürgerentscheid weiterfinanzieren „dürfen”, sollte man dort vielleicht mal die Kritik ernst nehmen, die von Fluggästen geäußert wird. Ich bin gerade bei Qype über interessante Meinungen zum Lübecker Flughafen gestolpert:

„Der Parkplatz, der bis vor ein paar Jahren noch kostenlos war, ist jetzt recht teuer geworden und weiterhin ein staubiger Sandparklplatz, der nicht wirklich bewacht ist. Und die Behelfszelte, die als Terminals dienen (sofern es heute noch so ist), sind auch eher mäßig – von den überteuerten Preisen ganz zu schweigen.”

„Nicht annähernd zu vergleichen mit den großen Flughäfen Deutschlands. Alles wirkt bisschen veraltet und überholungsbedürftig. (…) Überfüllte Terminals, stundenlange Wartezeiten braucht man hier eher nicht zu befürchten, dafür ist dieser Flughafen meiner Meinung nach aber bisschen in die Jahre gekommen und sehr, sehr übersichtlich gehalten.”

„Nach so vielen Jahren immer noch provisorisch, die Toiletten sind eine Katastrophe und verrostet.”

”Größter Minuspunkt ist sicherlich das Ambieten des Abflugzelts mit seinen Holzbohlenboden und der einfachen Wartesaalbestuhlung erinnert es vom Komfort her eher an Flughäfen und sehr südlicher Sonne – letzten Endes aber erfüllt es seinen Zweck.”

”Ein Restaurant (die Bezeichnung ist glaube ich etwas hochgegriffen) befindet sich an der Empfangshalle und ein Kiosk vor dem Ausgang (wenn man von der Gepäckausgabe kommt). Das Restaurant scheint relativ teuer zu sein und hat ausser einem Salat eher nur fetttriefendes meist frittiertes Essen.”

Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, ob die dort geäußerte Kritik bei Qype.de so stimmt, weil ich den Lübecker Flughafen nur insofern kenne, als dass ich Freunde dort hingebracht und abgeholt habe. Selber „benutzt” habe ich ihn noch nicht. Allerdings sollte man diese Kritik vielleicht mal aufgreifen und konstruktiv nutzen. Schließlich ist es im Interesse jedes Lübeckers, dass das Teil nun mal endlich schwarze Zahlen schreibt…


06
Aug 10

Nürnburger? Lecker!

Da ich ein großer Freund gegrillter Wurst bin, war ich ganz angetan davon, dass es bei McDonalds jetzt Nürnberger Würstchen im Brötchen gibt. Ungewöhnlich, aber sehr lecker: Ciabatta-Brötchen, Nürnburger, Senf und Röstzwiebeln — fertig ist der Nürnburger mit den Würstchen von Uli Hoeneß. Also denen aus seiner Wurstfabrik, natürlich. Das Teil schmeckt lecker würzig und mal komplett anders als der Rest der Produkte bei McDonalds, auch wenn er in der Tat einen Schuss mehr Senf vertragen könnte, wie Malte treffend schreibt.

Nürnburger

Nürnburger


05
Aug 10

Warum freiwilliger Umweltschutz nicht funktioniert?

Darum:

Reifen im Wald

Reifen im Wald


04
Aug 10

Die Autobahntoilette an sich

Wer früher™ einmal das Grauen schlechthin erleben wollte, hat einfach an einem Autobahnrastplatz gehalten und die Toilette benutzt. Oder es zumindest versucht. Das, was dort als in die Landschaft gestelltes Grauen unter dem Begriff Toilette firmierte, war wohl eher der Grund dafür, dass die angrenzenden Büsche zu Kloaken verkamen. Zum Glück hat sich das geändert und die Toiletten an den Parkplätzen sind jetzt kleine, selbstreinigende Anlagen, die man endlich benutzen kann. Herrlich.

Autobahntoilette

Autobahntoilette