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3
Aug 09

Was die Lübecker Nachrichten lieber nicht zitieren

Die LN zitieren aus einem Interview der TAZ mit Björn Engholm, dass dieser echte Führungsfiguren in der SPD vermisse, die SPD im “Spätherbst” sei und es dem Führungspersonal an “Aura” fehle. Diese Meldung auf LN-Online kann man online nachlesen. Viel interessanter ist aber was die LN wohlweislich nicht aus dem Interview zitieren:

“Medien in Schleswig-Holstein warf Engholm eine Kampagne gegen Stegner vor. Es tue ihm weh, wenn sein Nachfolger heruntergeschrieben werde und er fühle sich an schlechte Zeiten in dem Land erinnert. ‘Die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung und die Lübecker Nachrichten malen Ralf Stegner als Kotzbrocken, weil sie nicht mehr gewohnt sind, dass Leute sogar ihre Meinung sagen.‘” (Hervorhebung von mir; nachzulesen auf den Seiten der TAZ)


10
Jul 09

Finde den Fehler!

HL-Live am 05.03.2009:

In Lübeck gibt es jetzt die Freien Wähler

(…) Die Versammlung wählte Werner Horstmann (57) zum Kreisvorsitzenden.” (Quelle: HL-Live)

HL-Live am 10.07.2009:

Freie Union tritt zur Bundestagswahl an

Der am 3. Juli gegründete Landesverband der Freien Union in Schleswig–Holstein will am 27. September zur Bundestagswahl antreten. “Voraussetzung sind allerdings 2000 Unterstützungsunterschriften, die derzeit gesammelt werden”, sagt der 2. der Landesliste aus Lübeck, Werner Horstmann.” (Quelle: HL-Live)

Im März noch “Freie Wähler” jetzt Paulis “Freie Union”. Es ist wirklich selten, dass man soviel politische Beliebigkeit erlebt…


6
Jul 09

Piraten: Wenn Wirklichkeit und Anspruch nicht zusammenpassen

Seit etwa drei Jahren gibt es die sogenannten “Piratenpartei”, die in den letzten Tagen verstärkt durch die Medien geistert. Eines ihrer angeblichen Ziele ist der “Datenschutz” und die “informelle Selbstbestimmung”. Behaupten sie jedenfalls. Die Realität ist ganz profan. Besucht man beispielsweise die Seite der “Piraten” in Schleswig-Holstein werden erstmal munter Cookies gesetzt:

piraten-cookie1

Piraten Cookie

piraten-cookie2

Piraten Cookie

Nun würde mich ja mal interessieren, wozu diese Cookies gesetzt werden und was die Piraten überhaupt so mit meinen Verbindungsdaten machen. Leider konnte ich auf der Webseite dazu genau gar nichts finden. Keine Datenschutzerklärung, kein Verwendungshinweis. Nichts. Sucht man allerdings nach dem Begriff “Datenschutz” auf dieser Seite, findet man allerhand andere Erklärungen zum Thema. Zum Beispiel:

“Das Recht des Einzelnen, die Speicherung und Nutzung persönlicher Daten zu kontrollieren, muss gestärkt werden. In Zeiten der Einführung von Gesundheitskarten, Wahlcomputern und biometrischen Daten müssen digitale Eigenschaften besonders beachtet werden. Die äußerst schwer zu kontrollierende Verbreitung sowie die schnelle Verbindung mit anderen Datensätzen stellt höhere Anforderungen an Datenschutz und Datenerhebung.” Quelle: http://sh15.nordpiraten.net/piraten-themen-mainmenu.html

Hmm, is’ klar: “höhere Anforderungen an Datenschutz und Datenerhebung”. Die größten Kritiker der Elche sind eben doch meist selber welche.
Ich habe übrigens nichts gegen Cookies oder das Sammeln von Daten für statistische Zwecke beim Surfen. Das ist ausreichend anonym und durch den User selber zu unterbinden, indem er seinen Browser entsprechend einstellt. Ich habe aber etwas dagegen, wenn selbsternannte Wächter des Internet mit dem Finger auf andere zeigen, selber aber munter Daten sammeln und sich nicht dazu erklären.


24
Jun 09

Wenn Fakten durch Arroganz ersetzt werden

Was mir schon auf dem Politcamp 09 in Berlin aufgefallen ist, war diese unglaubliche Arroganz, mit der einige selbsternannte Vertreter der “Generation Internet” (oder meinetwegen auch: Generation C64) politische Positionen für sich reklamiert haben. Da begreifen sich einige als seligmachende Elite, der die Zukunft gehört und die deswegen mit dem Rest der Gesellschaft nichts zu tun haben muss. Ausdruck solcher Denkweise ist zum Beispiel ein aktueller Artikel von Kristian Köhntopp, der genau von der Selbstherrlichtkeit sprudelt, die von diesen Leuten ironischerweise immer politisch Verantwortlichen vorgeworfen wird:

“Wir sind definitiv keine 80 Millionen und wir haben den Rest dieses Landes so dermaßen weit abgehängt, daß wir nicht einmal mehr eine gemeinsame Sprache haben. (…) Rupert Scholz und mit ihm die Partei, die er repräsentiert, stehen für diese Welt der Zurückgebliebenen. Wir nennen sie Alte Männer mit Kugelschreibern oder Internetausdrucker. Wir wissen nicht, wie wir mit ihnen reden sollen und wie wir ihnen unsere Welt erklären sollen, und wir hoffen, daß es eine biologische Lösung für dieses Problem gibt.” (Hervorhebungen von mir)

Der Rest des Artikels ist gefüllt mit dem üblichen “Seit 100 Jahren habe ich einen Computer, deswegen weiß ich Bescheid” Argument. Ich weiß nicht wie arrogant man drauf sein muss, um sich selber als eine Elite zu begreifen, die “den Rest dieses Landes so dermaßen weit abgehängt” hat, aber ich weiß, dass ich Arroganz für eine ganz üble Eigenschaft halte. Vor allem ist sie hinderlich, wenn man – Achtung! – miteinander ins Gespräch kommen will. Wer sich selber so tief in seinen Schützengraben einbuddelt, ist an Gesprächen nicht interessiert. Das kann man auch als fehlende Sozialkompetenz bezeichnen.


14
Mai 09

Cooler Duden

Aus einer Werbeanzeige:

Key Account Managerin

Key Account Managerin

Ist “Key-Account-Managerin” jetzt auch im Duden?


6
Mai 09

Das Politcamp09 in einem Bild

© by hschmidthamburg

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte.

(Das Bild anklicken für große Version)


4
Mai 09

Fazit #2: Das Politcamp 2009 in Berlin

Politcamp Politcamp09 pc09

Am Wochenende hat in Berlin zum ersten Mal das Politcamp stattgefunden, das erstmals all die zusammengebracht hat, die ein Interesse an Politik und Netztechnik/-kultur/-politik haben. Stattgefunden hat das Ganze im “Radialsystem V” bei wirklich herrlichem Wetter mit einem super Ausblick auf die Spree, die direkt am Gebäude langfließt. Dazu gab es an jedem Tag noch ein herrliches BBQ, sodass die drei Tage wirklich angenehm waren. Was alles an diesem Wochenende gelaufen ist, kann man in den Blogbeiträgen nachlesen, die hier verlinkt sind. Daher will ich mich kurz auf meine Eindrücke der drei Tage beschränken.

1. Die Organisation hat über alle drei Tage hinweg super funktioniert. Die Planung der Sessions lief ohne Probleme und auch die Sessions selber (zumindest die, die ich besucht habe) liefen sehr gut. Das einzige Problem ist natürlich, dass viele interessante Sachen parallel laufen und man so nicht immer alles mitbekommt, was man vielleicht gerne gehört hätte. Vielleicht kann man im nächsten Jahr einige Sessions am Sonntag wiederholen, damit man diese auch besuchen kann.

2. Die Party von Compuccino am Samstagabend war auch sehr gut. Coole Location mit Fenster am Fluß, entspannende Musik, akzeptable Preise und nette Leute. “Gerne wieder!” passt nicht nur bei eBay sondern auch hier ;)

3. Im nächsten Jahr schaffen wir es hoffentlich, mehr verantwortliche Politiker dazu zu bewegen, in den Sessions mit uns zu diskutieren. Nur kurz in der großen “Elefantenrunde” aufzutreten, ist für mich etwas zu wenig. Bei ausreichend langem Vorlauf, sollte es auch keine Terminprobleme geben.

Unterm Strich war es aber dennoch ein sehr gutes und vor allem lehrreiches Wochenende, an dem ich all die Menschen, die ich sonst nur über Twitter kenne, mal “in echt” gesehen und gesprochen habe. Allein das war es wert, nach Berlin zu fahren. Und, wie schon erwähnt: “Gerne wieder!”.