Der eine so, der andere so

Im ZDF Morgenmagazin sagt Kerstin Kullmann vom SPIEGEL über den angeblich rechtsfreien Raum Internet:

“Kann es sein, dass man sogar eine Art Recht etabliert, in einem Raum der weitgehend rechtsfrei ist, da fühlen sich viele Menschen sehr wohl (…) all das was im echten Leben nicht möglich ist, scheint im Netz zu gehen. Da fragt man sich natürlich: Kann man dem irgendwie Einhalt gebieten?” (Diese Aussage kann man hier bei Youtube anschauen, Hervorhebung von mir)

Auf SPIEGEL ONLINE hingegen ist ein Artikel von Richard Meusers, in dem es völlig richtig heißt:

“In der “Rheinischen Post” warnte Kanzleramtschef Thomas de Maiziere (CDU) diffus, aber bedrohlich vor unsäglichen Gefahren und “Scheußlichkeiten (…), die jede Vorstellungskraft sprengen”, wenn wir nicht bald “Verkehrsregeln” für das Internet einführen. De Maiziere glaubt offenbar, das Internet sei eine Art rechtsfreier Raum. Das Justizministerium hätte ihn da informieren können, dass dem nicht so ist: Es ist nur ein medialer Raum, in dem Recht hier und da gebrochen wird – und Straftaten mitunter nicht einfach zu bekämpfen sind.” (Bei SPON nachzulesen, Hervorhebung von mir)

Redet man beim SPIEGEL eigentlich miteinander oder wie schafft man es so konsequent die genau gegenteiligen Aussagen nach außen zu vertreten? Im übrigen gibt es keinen “rechtsfreien Raum Internet” – eine strafbare Handlung ist dort genauso strafbar. Es gibt höchstens Probleme der Strafverfolgung, weil die Technik sich weiterentwickelt hat.

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2 comments

  1. Das Wichtigste hast du ausgelassen. Sie sagte wort-wörtlich:

    Kinderpornographie, Gewaltdarstellung – all’ das was im echten Leben nicht möglich ist, scheint im Netz zu gehen!”

    Erklär’ das mal einem missbrauchten Kind.

  2. @ Simarillion

    Zumindest in der Welt einer ehemaligen NEON-Redakteurin scheint es dies nicht zu geben. Man sieht mal wieder das man Gewalt, Misshandlung, Kinderpornographie nur unter den Teppich kehren muss und schon glaubt die Mehrheit unserer Gesellschaft, dass es diese Probleme nicht mehr gibt.

    Ganz zu schweigen, dass diese Frau keine Ahnung von der geltenden Rechtslage hat. Sowas ist kein qualitativ investigativer Journalismus mehr sondern Apitprop und Meinungsmache im Stil der BILD. Erschütternd was aus Rudolf Augsteins SPIEGEL inzwischen geworden ist.

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