Die LN haben ja bekanntermaßen (hier und hier) die kühne Behauptung aufgestellt, dass die SPD der CDU die Wiederwahl Geißlers als “Deal” für deren Wiederwahl des Bausenators versprochen hätte. Dazu hat Peter Thieß schon ausreichend Stellung bezogen. Deswegen nur eine klitzekleine Ergänzung, die mich heute per Mail zu dem Thema erreicht hat:
“Die LN hat für den gestrigen und den heutigen Artikel nicht einmal mit Peter Thieß und Peter Reinhardt gesprochen.”
Sollte das so stimmen, würde ich doch mal ganz zaghaft in Richtung Lübecker “Nachrichten” fragen, ob das deren Vorstellung von Journalismus ist. Im Pressekodex des Presserates heißt es dazu:
“Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. (…) Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.” (Hervorhebung von mir)
In dem ersten Artikel der LN über den angeblichen Deal kann ich kein “angeblich”, “soll” oder ähnliches finden, mit dem Gerüchte oder unbestätigte Meldungen gekennzeichnet werden könnten. Für Frau von Zastrow handelt es sich anscheinend um eine unumstößliche Tatsache. Und falls sie wirklich weder mit dem Fraktionsvorsitzenden noch dem Kreisvorsitzenden der SPD geredet haben sollte, ist das ein richtiges Armutszeugnis.
Aber vielleicht irre ich mich ja auch…