28
Feb 10

Serien im Fernsehen schauen? Bloß nicht.

Früher™ als es noch keine DVDs gab und Fernsehserien noch dem Namen entsprechend wöchentlich im Fernsehen ausgestrahlt wurden, war die Welt noch in Ordnung. Dachte ich jedenfalls. Gesegnet mit einem kleinen Fernseher im KinderJugendzimmer, folgte ich ganz gebannt den hippen US-Serien: Miami Vice, Dallas, Magnum, you name it. Dienstags um 21.45 Uhr war Serienzeit, meine ich jedenfalls. Kann auch 21.00Uhr gewesen sein. Das ist schließlich fast 20 Jahre her. Da ich mit 15 noch kein allzu kritischer Zuschauer war, hat mich das auch alles begeistert. Bis ich zufällig bei Wikipedia über die Artikel zu den Serien gestolpert bin. Die folgenden Zitate stammen aus den Wikipedia Artikeln zu den jeweiligen Serien:

Miami Vice: Ab dem 6. Dezember 1986 wurde die Serie Miami Vice am Dienstagabend gegen 21:45 Uhr im Ersten Programm der ARD in Deutschland erstmals ausgestrahlt. Zu Beginn der 1990er-Jahre lief die Serie auch in einigen Dritten Programmen der ARD. Im Vergleich zu den Originalfolgen waren die von der ARD bearbeiteten Folgen um etwa drei Minuten gekürzt, um sie besser in das Programmschema einzupassen.

1993 sicherte sich der Privatsender RTL die Ausstrahlungsrechte und zeigte die Serie ab dem 17. August 1993 mit Unterbrechungen bis zum Jahre 1997. Da die Serie im Nachmittagsprogramm ausgestrahlt wurde, wurden die von der ARD ohnehin schon geschnittenen Episoden teilweise nochmals erheblich gekürzt, um eventuelle Gewaltszenen zu entschärfen.

Dallas: Im deutschen Fernsehen wurden bis heute (2007) insgesamt sieben Episoden der Serie nicht ausgestrahlt. Das Erste hatte diese Episoden bei der Erstausstrahlung nicht synchronisieren lassen. Zudem wurde jede Folge um etwa drei Minuten gekürzt, um sie dem damaligen ARD-Programmschema anzupassen, das eine Länge von 43 Minuten vorsah.

Magnum: Bei der deutschen Erstausstrahlung der Serie in den 1980er-Jahren in der ARD wurden so gut wie alle Bezüge zur Vietnam-Vergangenheit der Protagonisten herausgeschnitten, da diese als unpassend für eine Unterhaltungssendung erachtet wurden. Das führte zu teilweise deutlich gekürzten Folgen, einige Folgen wurden gar nicht ausgestrahlt.

Gruselig. Da wird der Zuschauer bevormundet, indem Folgen gar nicht ausgestrahlt werden und die restlichen werden so geschnitten, dass sie entweder ins 45-Minuten Schema gequetscht werden können oder gleich ins Nachmittagsprogramm passen. Und heute ist es ja nicht viel besser, wenn ich mir Serienausstrahlungen im Privatfernsehen anschaue: Werbung, wöchentliche Ausstrahlung und wenn die Quote nicht stimmt werden die restlichen Folgen plötzlich nachts um 03.05 Uhr versendet oder verschwinden komplett im Archiv.

Da gibt es nur eine logische Konsequenz: DVDs. Entweder billig kaufen, wenn die Serie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat oder komplette Seasons aus der Videothek leihen. Im Fernsehen werde ich mir mit Sicherheit nie wieder eine Serie anschauen. Zum Glück muss man sich heute nicht mehr so auf den Arm nehmen lassen wie noch 1985.


21
Feb 10

Diskussionskultur, Du Arsch.

©TheTruthAbout... CC-Lizenz:BY-SA

Was mich an der aktuellen Debatte über Westerwelles Angriffe auf den Sozialstaat vor allem stört, ist der Ton, der von Guido Westerwelle angeschlagen wird. Ich habe noch keine politische Debatte erlebt, die mit pauschalen Diffamierungen begonnen hat, um dann erfolgreich seriöse Argumente auszutauschen. Ganz im Gegenteil: Wer von vornherein mit solchen Verbalholzereien wie „spätrömische Dekadenz”, „Sozialismus” und Anderem um sich wirft, hat doch ganz offensichtlich überhaupt nicht das Interesse an einer sachlichen Auseinandersetzung. Und wenn man das anspricht, kommen Null-Argumente der Marke „man wird doch noch sagen dürfen, dass…” oder „schließlich würden das ja ohnehin alle denken”.

Was für eine politische Kultur soll das eigentlich sein, wo man nicht mehr Argumente austauscht, sondern möglichst lautstark pöbelt, um Aufmerksamkeit zu erregen? Wenn man ein ehrliches Interesse an einer Debatte hat, kann doch nicht der erste Schritt so aussehen, dass man erstmal alle anderen bepöbelt, die vielleicht anderer Meinung sind oder sich gar nicht wehren können.


21
Jan 10

Die FDP und der Wettbewerb an sich

Aus dem „Deutschlandprogramm” der FDP:

Wettbewerb mit klaren Regeln ist das Leitmotiv liberaler Wirtschaftspolitik. Wettbewerb sorgt für Angebotsvielfalt, Qualität und marktgerechte Preise. Monopolmärkte müssen wirkungsvoll aufgebrochen und durch eine effiziente Regulierung langfristig verhindert werden.

Aus dem Koalitionsvertrag von CDU/FDP:

Die freiberuflichen Apothekerinnen und Apotheker spielen für eine gute Arzneimittelversorgung eine zentrale und wichtige Rolle. Eine Änderung des bestehenden Mehr- und Fremdbesitzverbotes lehnen wir deshalb ab. Wir werden die Auswüchse beim Versandhandel bekämpfen, indem wir die Abgabe von Arzneimitteln in den sogenannten Pick-up-Stellen verbieten.

Merkst’ selber?


16
Jan 10

Volkswagen Currywurst

Volkswagen Currywurst

Currywurst von Volkswagen

Als mir jemand erzählte, dass es von Volkswagen eine Currywurst gebe, hielt ich das für ähnlich glaubwürdig wie das Wahlprogramm der FDP. Aber, tatsächlich: Es gibt sie. Also die Currywurst. Von der „VOLKSWAGEN SERVICE FACTORY”. Und auf dem Kunstdarm der Wurst steht dann ”VOLKSWAGEN ORIGINALTEILE”. Angeblich gibt es die dort in der Kantine zu essen. Wie auch immer. Ich habe sie heute beim Edeka gekauft, gebraten und mit einer Portion Pommes aus dem Ofen gegessen. Abgesehen von den pappekligen Pommes, die wohl aus Kartoffelpüree gepresst wurden („besonders knusprig” — jaaaaaa, ganz knusprig…), war die Wurst ganz lecker. Nicht spektakulär aber lecker. Vielleicht lag es auch daran, dass ich hier keinen Curry habe, der da eigentlich rübergekippt gehört.

[Nachtrag] Die Currywurst scheint bekannter zu sein:

Über die Werksgrenzen hinaus ist die Currywurst der Volkswagen-Kantine in Wolfsburg bekannt. Pro Jahr werden mehrere Millionen verkauft. (Wikipedia)


10
Jan 10

Miss Daisy und ihr Schnee

Auf der Autobahn ©heipei CC-Lizenz: BY-SA

Das auf dem Bild ist zwar nicht die A1 zwischen Hamburg und Lübeck, aber so ungefähr sah es dort letzte Nacht auch aus. Also dunkler natürlich. Und die rechte Spur war zumindest freigefahren. Richtig spannend wurde es da einmal kurz hinter Hamburg und kurz vor Oldesloe. Dass es Schneewehen geben würde, lag durchaus nahe, auch dass diese sich nicht vorher anmelden und rechtzeitig Bescheid sagen lag im Bereich des zu Erwartenden. An besagten zwei Stellen waren aber plötzlich ansehnliche Schneemassen auf der Strasse verteilt. Das war zwar kein Problem, weil man bei so einem Wetter ohnenin nicht allzu schnell fahren kann, trotzdem aber nur mäßig witzig.

An dieser Stelle übrigens ein Gruß an die merkbefreiten LKW-Fahrer, die trotz geschlossener Schneedecke, Schneewehen und starkem Sturm stumpf mit 90 Km/h auf der Mittelspur vorbeirasen und auch die geliebten Elefantenrennen auf verschneiten Autobahnen austragen. All das war letzte Nacht so zu sehen auf der A1.

Der „Brüller” allerdings war, dass ich dann schließlich 700 Meter vor dem heimeligen Parkplatz steckengeblieben bin. In einer Schneewehe in der Siedlung. Künstlerpech.

Des Weiteren wäre ich übrigens dankbar, wenn dieser Sturm mal aufhören oder zumindest die Windrichtung wechseln würde. Soviel Ohropax habe ich hier nämlich nicht mehr auf Vorrat.


23
Dez 09

Ein ganz großer Jahresrückblick


18
Dez 09

BTX 2.0

Im YouTube Blog gibt es die Hits des Jahres 2009 zu lesen, also das was weltweit am beliebsten war. Naja, fast weltweit:

Most Watched music videos on YouTube (Global)*:

1. „Dieses Video enthält Content von Ultra Records. Es ist in deinem Land nicht mehr verfügbar.”

2. „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar.”

3. „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar.”

4. I’m On A Boat (ft. T-Pain) – Album Version

5. „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar.”

Von fünf Videos kann ich vier nicht sehen, weil, ja, äh, weil — keine Ahnung. YouTube schreibt dazu: “Note: Some music videos may be unavailable in your country due to copyright restrictions”. Hmm, is’ klar. Genau so habe ich mir das mit dem globalen Netz immer vorgestellt.